Wie interessant sind autonom (selbständig) fahrende Autos für Typ-1-Diabetiker?


Diabetes und autonomes AutofahrenIn der Automobilbranche ist ein Wettlauf darum entbrannt, wer das erste serienreife, bezahlbare und autonom fahrende Auto anbieten kann. Ich finde dies eine hochinteressante Geschichte, besonders für Typ-1-Diabetiker könnte das eine spannende Sache werden.

Auch leichte Unterzuckerungen sind gefährlich am Steuer

Nicht zuletzt durch den schlimmen Autounfall des Fußballspielers Vukcevic von der TSG Hoffenheim wissen wir, welches zusätzliche Risiko besteht, wenn man mit Typ-1-Diabetes ein Fahrzeug lenkt. Selbst die beste Diabetes-Einstellung kann nicht ganz verhindern, dass eine geringe Unterzuckerung am Steuer zu einer verminderten Wahrnehmung und Reaktion führen kann. Und leichte Unterzuckerungen können im Alltagsstress manchmal unbemerkt bleiben. Das ist natürlich immer etwas abhängig von der eigenen Wahrnehmungsschwelle für niedrige Blutzuckerwerte. Aber an diesem Punkt könnte ein Fahrzeug, das autonom also selbstständig fahren kann, einen enormen Nutzen bieten. Denn es gibt nicht wenige Diabetiker, die wegen ihrer Stoffwechselstörung aus Sorge nicht selbst Auto fahren oder den behördlichen Aufwand für einen Führerschein bisher gescheut haben. Grundsätzlich darf zwar ein Diabetiker den Führerschein für ein Auto machen, aber es gilt bestimmte Dinge zu beachten. Welche das genau sind, kann man hier sehr schön nachlesen.

Natürlich muss man zum einen abwarten, wie sich das Thema entwickelt, denn vielleicht gibt es ja, bevor das selbstfahrende Auto da ist, eine medizinische Lösung, also eine Heilung für Menschen mit Typ-1-Diabetes. Zum anderen gilt es auch abzuwarten, wie denn die gesetzlichen Voraussetzungen sein werden, um ein selbstständig fahrendes Fahrzeug zu besitzen bzw. auch zu benutzen. Aber selbst wenn ich weiterhin einen normalen Führerschein benötigen würde, könnten Sensoren den Fahrer permanent überwachen und im Falle eines Falles könnte ein Computer-Assistent die Kontrolle über mein Fahrzeug übernehmen. Nicht nur praktisch bei einer Unterzuckerung, sondern auch sehr hilfreich zum Beispiel, wenn eine Fahrerin oder ein Fahrer einen Schwächeanfall am Lenkrad erleidet. Dadurch ließen sich unzählige Unfälle, in die zumeist auch Unschuldige involviert sind, relativ einfach vermeiden, ohne dass der Autofahrer seine Hoheit am Steuer gleich ganz aufgeben muss. Auch für Senioren am Steuer wäre das eine hilfreiche Technik, denn man denke nur an das Thema Geisterfahrer. Mit solch einer Technik könnte man das falsche Auffahren auf eine Autobahn relativ leicht verhindern.

Dass solch eine Technik grundsätzlich Unfälle mit tödlichem Ausgang deutlich reduzieren könnte, lässt sich anhand der Unfallstatistik sehr leicht erahnen, denn statistisch gesehen ist in rund 90 % der Unfälle der Mensch schuld am selbigen. Und der größte Teil von den Unfallverursachern sind keine Menschen mit Diabetes, das möchte ich an dieser Stelle sicherheitshalber erwähnen.

Wann werde ich das erste selbständig fahrende Auto kaufen können?

Diabetes und autonomes AutofahrenWelcher Hersteller das Rennen am Ende machen wird um das erste serienreife autonome Auto, wird sich in den nächsten Jahren zeigen. Neben Herstellern wie BMW, Mercedes, Volvo, Volkswagen und Audi hat sich inzwischen auch der Hersteller Nissan mit dem Kleinwagen Leaf in Position gebracht und zeigt eindrucksvoll, wie weit die Technik eigentlich schon ist. Aber auch Volvo und Mercedes sind schon recht weit in ihrer Entwicklung eines autonomen Autos. So möchte Volvo jetzt zum Beispiel in einem ersten Pilotprojekt 100 Fahrzeuge auf Göteborgs Straßen unter realen Alltagsbedingungen selbständig fahren lassen. Und Mercedes überraschte im August 2013 die Weltöffentlichkeit mit einer komplett autonomen Langstreckenfahrt einer umgebauten S-Klasse. Das Video dazu kann man sich hier anschauen.

Aber wer jetzt gleich einen Termin bei dem Autohändler seines Vertrauens vereinbaren möchte, muss sich noch etwas in Geduld üben. Zwar haben fast alle oben genannten Hersteller schon gut funktionierende Prototypen am Start, die auch sehr zuverlässig ihre Testrunden drehen, aber es wird in Deutschland wohl nach aktuellem Stand der Dinge noch bis zum Jahr 2020 dauern, bis ein autonom fahrendes Auto wirklich gekauft werden kann. Nicht nur rechtliche Fragen bremsen das Thema etwas aus, sondern auch die immens aufwendige Technik, die nötig ist, damit ein Auto auch sicher autonom unterwegs sein kann. Tja, und diese Technik muss jetzt erst mal so geschickt im Fahrzeug untergebracht werden, dass sie nicht mehr so viel Platz wegnimmt, wie es aktuell noch der Fall ist. Zudem muss man an einigen Stellen auch die Umwelt an diese Fahrzeuge anpassen, man denke an Kreuzungen mit Ampeln. Meiner Meinung nach müssten Ampeln zukünftig ein Funksignal aussenden, damit das Auto sicher weiß, welche Farbe die Ampel gerade anzeigt. Gerade im Sommer lässt sich manchmal eine Ampelfarbe nur schlecht erkennen, und so kommt man meiner Ansicht nach um eine Aufrüstung via Funk nicht herum. Denn wer will schon, dass der Computer errät, ob die Ampel jetzt Grün oder Rot anzeigt.

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Fazit

Für manche Freunde des Autos mag es eine schlimme Vorstellung sein, einfach die Hände in den Schoß zu legen und einem Computer-Assistenten das Fahren des eigenen Autos zu überlassen. Aber gerade ältere Menschen oder Menschen mit bestimmten Erkrankungen, wie zum Beispiel Diabetes, könnten von solch einer Entwicklung profitieren und etwas mehr Mobilität zurückbekommen.

Was denkst Du, werden autonom fahrende Autos eher Fluch oder eher Segen sein?

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