Wie Google Diabetikern bei der Blutzuckermessung helfen möchte


Intelligente Kontaktlinse von GoogleWas durfte ich heute auf dem Google Blog lesen? Google entwickelt eine intelligente Kontaktlinse, die, ausgestattet mit ein wenig Elektronik, in der Tränenflüssigkeit den aktuellen Blutzuckerwert messen kann. Diese Idee ist für sich genommen nicht ganz neu, denn auch die Fraunhofer-Gesellschaft arbeitet seit 2012 an einem Biosensor fürs Auge. Was macht jetzt den Unterschied aus, wenn Google sich auf diesem Marktsegment ebenfalls aktiv zeigt? Tja, ich würde mal sagen, das Geld macht den Unterschied aus. Google verfügt einfach über enorme finanzielle Möglichkeiten, und wenn Google der Meinung ist, ein Marktsegment könnte für sie lukrativ sein, dann kann man damit rechnen, dass eine praktische Umsetzung vergleichsweise schnell passiert.

Wie funktioniert die intelligente Kontaktlinse?

Die Kontaktlinse besteht aus zwei weichen Schichten eines Kontaktlinsenmaterials. Zwischen den Schichten ist ein winziger Sensor für die Zuckermessung untergebracht. Dieser Sensor soll in der Lage sein, jede Sekunde den aktuellen Zuckergehalt in der Tränenflüssigkeit zu messen. Das wäre schon eine geniale Sache, denn durch so einen extrem engen Messabstand, könnten jegliche Entgleisungen des Blutzuckers wirklich super rechtzeitig erkannt werden. Angezeigt werden soll der gemessene Wert per Funk auf einem Smartphone via App. Ich könnte mir aber mit etwas Fantasie auch eine Smartwatch als Empfänger sehr gut vorstellen. Alternativ möchte man winzige LEDs in die Linse integrieren, die den Träger beim Unter- oder Überschreiten von voreingestellten Werten per Lichtsignal darüber informiert, dass etwas mit dem eigenen Zuckerspiegel nicht mehr stimmt. Das hat schon was von Star Trek, wenn ich mir vorstelle, dass mein Auge anfängt zu leuchten oder zu blinken 😉 Aber selbst so ein Blinken wäre noch immer deutlich unauffälliger, als wenn ich in aller Öffentlichkeit mein Messgerät auspacke. Für mich auch gut vorstellbar ist, dass man die Messergebnisse auch direkt an eine Insulinpumpe überträgt. Das ist aber natürlich sehr von der Zuverlässigkeit der Messergebisse in der Tränenflüssigkeit abhängig.

Ab wann soll es die intelligente Kontaktlinse geben?

Natürlich reden wir hier nicht von morgen oder übermorgen, aber unter Umständen von deutlich weniger als 10 Jahren. Google betont zwar, „dass man sich noch in Gesprächen mit Vertretern der Nahrungs- und Arzneimittelbehörde der Vereinigten Staaten von Amerika (“FDA Food and Drug Administration”), befinde…“ und es deshalb wohl noch ein langer Weg sei, bevor diese Technologie marktreif ist. Aber eventuell ist dieser Weg doch noch kürzer, als der Zeitraum bis der, von mir in einem anderen Artikel beschriebene, Bio-Reaktor für Diabetiker verfügbar ist. Aber das dürfte allen Diabetikern, besonders jenen mit Typ-1-Diabetes, wohl ziemlich egal sein. Nach all den Jahren, in denen man das Gefühl hatte, es tut sich eigentlich gar nichts mehr in diesem Bereich, außer dass manche Hersteller zum Teil unbrauchbares Diabetes-Zubehör zutage gefördert haben, sind solche Meldungen doch mal wieder ein Lichtblick 🙂

Und was ist mit dem Datenschutz?

Natürlich werden einige beim Unternehmen Google sofort zusammenzucken und sich daran erinnern, dass Google nichts lieber macht, als Daten zu sammeln. Auch ich bin kein Freund von Unternehmen, die mich gläsern machen möchten. Aber sollte Google die Entwicklung der Linse weiter vorantreiben, dann dürften auch andere Unternehmen in Zukunft an diesem Thema Gefallen finden und dann gibt es eventuell einen Wettbewerb, der einem am Ende die Auswahl lässt, welchen Hersteller man eher vertrauen möchte.

Wer sich noch genauer zu diesem Thema informieren möchte, kann das unter den folgenden Adressen machen.

Google Smart Contact Lens
Fraunhofer Biosensor

Anzeige

Fazit

Ja, ich will so eine Technik endlich haben, die mir jede Minute meinen aktuellen Blutzuckerwert anzeigt! Das würde endlich den Alltag aller Typ-1-Diabetiker deutlich vereinfachen. Gerade beim Sport wäre so eine Technik genial und würde sicher auch viele Diabetiker wieder dazu verleiten, etwas mehr Sport zu treiben. Denn die nervigen Unterzuckerungen, die gerade während des Sports oder auch bei anderen körperlich anstrengenden Tätigkeiten sehr schnell möglich sind, können einem schon den Tag richtig versauen. Aber auch für Autofahrer mit Typ-1-Diabetes wäre so eine Technik ein Segen und würde bestimmt den einen oder anderen Unfall verhindern können. Da diese Entwicklung aber ja noch eine ganze Weile dauern wird bis sie auf dem Markt verfügbar ist, nutze ich solange das FreeStyle Libre um meine Blutzuckerwerte permanent zu überwachen.

Würdest Du Dir etwas von Google im Auge platzieren, wenn es Dir den Zuckerspiegel verrät?

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.