Abbott FreeStyle Libre und die permanente Blutzuckermessung: Fluch oder Segen für Diabetiker? 38


FreeStyle Libre im EinsatzIm Juni dieses Jahres hatte ich bereits das Vergnügen, das FreeStyle Libre System (Flash Glukose Messsystem) für 14 Tage erfolgreich auszuprobieren. Nun rund 6 Monate später und mit einigen Informationen aus den unterschiedlichsten Quellen ausgestattet, habe ich jetzt einen zweiten Anlauf für meine permanente Blutzuckerüberwachung gestartet. Mein erster Versuch scheiterte auch nicht an den grundlegenden Fähigkeiten des FreeStyle Libre, sondern ein Punkt war zum Beispiel die Finanzierung. Immerhin kostet ein Sensor rund 60,- Euro und 2 benötigt man pro Monat, macht also schlappe 120,- Euro extra, und die wollen halt erst mal verdient sein.

Zwar habe ich mich bisher nicht mit meiner Krankenkasse auf eine Erstattung einigen können, aber ich habe jetzt einen anderen Weg der Finanzierung gefunden, zumindest so lange, bis die Sensoren zur Regelleistung bei den Krankenkassen werden. Aber das steht auf einem anderen Blatt Papier 🙂

Kommen wir zu meinen Erfahrungen mit dem FreeStyle Libre.


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Bevor ich im Juni meinen ersten Sensor gesetzt habe, war ich schon sehr nervös. Auf der einen Seite träume ich von so einer Art der Blutzuckermessung schon seit über 20 Jahren, aber auf der anderen Seite las ich im Netz auch zum Teil sehr negative Erfahrungsberichte von anderen Libre-Nutzern. Da war die Rede von extremem Juckreiz bis hin zu offenen Wunden, die tagelang nicht abheilten. Bei anderen fiel der Sensor nach wenigen Stunden einfach vom Arm wieder ab oder meldete nach ein paar Tagen nur noch einen Fehler. Interessant ist, dass man im Internet einige Anleitungen findet, wie man mit etwas Bastelarbeit den Kleber neutralisiert bzw. die originale Klebefläche mit einer eigenen Klebefläche ersetzt.

Das Vorgeplänkel für den ersten FreeStyle Libre Sensor war laaang

Bei meinem ersten Sensor saß ich bestimmt eine halbe Stunde mit dem Setzgerät da und traute mich nicht, den Sensor zu platzieren. Wahnsinn, was solche Berichte im Gehirn auslösen können. Aber dann schaffte ich es, meine Sorgen kurz zu vergessen, und setzte mir meinen ersten Sensor. BÄMM dachte ich, jetzt sitzt er und gleich geht das Jucken los und dann fault der Arm langsam ab und so weiter halt… Aber nichts passierte, außer dass der Sensor nach 60 Minuten Wartezeit – die er zum ersten Kalibrieren braucht – einfach nur seinen Dienst aufnahm und die ersten Werte ausspuckte.

Und da war ich dann schon etwas baff. Mein erster gescannter Wert mit dem FreeStyle Libre war 170 mg/dl und mein blutiger Gegenwert aus dem Accu-Chek Nano war 175 mg/dl. Das darf mal gerne so bleiben, dachte ich mir.

Bis zur extremen Hitzephase blieben die Werte auch sehr nah beieinander. An extrem heißen Tagen kam es aber dann auch zu Unterschieden von bis zu 40 mg/dl – auch unter Berücksichtigung der verzögerten Zuckerwerte in der Gewebeflüssigkeit. In meinem Fall waren die Wert im Libre meist höher als die Werte vom Nano – eventuell hätte ich mehr trinken müssen. Wie auch immer, damit konnte ich gerade noch so leben, dafür sparte ich mir einen Piks und da mein angestrebter BZ-Wert bei 130 mg/dl liegt, habe ich da noch etwas Spielraum bis zum Bereich der Unterzuckerung.

Mit mehr Mut ging es dann an die nächsten Libre Sensoren

FreeStyle Libre Sensor unter DuschpflasterJetzt Ende November habe ich mir den zweiten und inzwischen sogar schon den dritten Sensor gesetzt. Natürlich warte ich immer noch auf den Juckreiz und sonstige Nebenwirkungen, die man im Netz beschrieben und bebildert findet. Auch deshalb, weil es bei manchen Nutzern erst nach einigen Sensoren zu Problemen gekommen ist. Aber zum Glück bin ich bisher davon verschont geblieben. Was man aber auf den Fotos, glaube ich, gut erkennen kann, ich überlasse es nicht dem Zufall ober der Lust des Libre-Sensors ob er hängen bleibt oder nicht.

Auch beim Thema Wasser sagen der Hersteller und einige Nutzer im Internet, dass das alles kein Problem ist. Aber nein, ich gehe mal lieber auf Nummer sicher. Deshalb habe ich mir nach längerer Suche einen wasserfesten Transparentverband (PZN-03687061) bestellt. Der Preis liegt für 5 Duschplaster bei rund 5,- Euro. Pro Sensor verbrauche ich 2 Stück, weil ich sie kreuzförmig über den Sensor klebe. Auf den Bildern (noch die einfache Version mit einem Pflaster) kannst Du sehen, wie das dann neu, nach 7 Tagen und zum Ende hin aussieht. Wegen der Transparenz des Pflasters fällt die zusätzliche Fixierung nicht so sehr auf und ich kann auch jederzeit sehen, wenn sich doch mal etwas entzünden sollte.

(28.02.2017) Update zum Transparentverband:
Da ich immer mal wieder Fragen zu meinem fixieren des Libre Sensors per Pflaster bekomme, hier ein kleines Update dazu. Inzwischen bin ich weg von dem fixieren mit 2 Pflastern, denn ich habe gemerkt, dass ein gutes Pflaster ausreicht, damit der Sensor 14 Tage lang weder abfallen, von meiner Tochter abgerissen oder zu nass werden kann. Aktuell nutze ich das folgende Pflaster: DRACOPOR waterproof Wundverband 8 x 10cm. Das Pflaster ist etwas kleiner als mein erstes Pflaster, dadurch fällt es auch unter einem T-Shirt nicht so sehr auf. Und mit ca. 25,- Euro für 25 Pflaster macht das rund 1,- Euro für 14 Tage mehr Sicherheit für den Libre Sensor 🙂

Wie, da steckt was immer in deinem Arm, aber…

FreeStyle Libre die Sensor-SetzstelleEine gern gestellte Frage aus meinem Bekanntenkreis ist: Stört dich das Ding am Arm nicht? Auch wegen dem Pflaster? Oder es wird auch gerne gefragt: Tut das beim Bewegen nicht irgendwie weh? Beide Fragen kann ich für den Moment klar mit nein beantworten. Selbst wenn ich mich im Bett mal drauflege, tut es weder weh noch hat der Sensor dadurch bisher irgendwelche Fehlfunktionen gehabt. Auch das Setzen der Sensoren tat bisher nicht weh. Aber wie auch beim Spritzen, wenn man Pech hat und einen Nerv trifft, dann zwickt es halt etwas, mal schauen, wann ich meinen ersten Nerv erwische 🙂

Bei der Platzierung habe ich bisher nur die Rückseite meines Arms als Platz gewählt. Das mache ich im 14-tägigen Wechsel des Arms, damit sich die Setzstelle immer wieder in Ruhe erholen kann. Es gibt auch andere mögliche Stellen, wo der Sensor platziert werden kann, aber die Rückseite des Arms hat sich für mich im Moment als die praktischste Stelle herausgestellt.

Vertrauen ist gut, Kontrolle ist aber auch nicht so schlecht

Damit meine ich nicht, dass man jede Messung – in Spitzenzeiten habe ich mich am Tag 15-mal blutig gemessen – blutig gegenkontrollieren muss, aber ich möchte schon wissen, ob der Sensor noch richtig unterwegs ist. Ich habe mich jetzt darauf eingependelt, dass ich morgens, mittags und abends eine blutige Kontrollmessung mache. Damit fühle ich mich im Moment am wohlsten und meine Fingerkuppen finden nur 3 blutige Messungen am Tag auch viel besser 🙂 Als Kontrollsystem für meine blutigen Messungen nutze ich im Moment das Accu-Chek Aviva Connect. Ja ich weiß, eigentlich ist ja in dem FreeStyle Libre auch ein Streifen-Messgerät eingebaut. Aber da man ja eh immer zwei Systeme zur Hand haben sollte, falls mal eins streikt, bin ich erst mal bei meinem Accu-Chek Blutzuckermessgerät geblieben. Was aber auch ein Nachteil sein kann, siehe dazu den Punkt „Libre-Sensor-Reklamationen“ etwas weiter unten in diesem Beitrag.


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Und wie war die Messgenauigkeit im Vergleich zur blutigen Messung?

FreeStyle Libre MessergebnisseBisher bin ich damit sehr zufrieden. Es kommt – auch wegen der Verzögerung in der Gewebeflüssigkeit – immer mal wieder zu kleineren Differenzen. Klar, wenn der Blutzucker stark sinkt oder steigt, dann sind mit einer ca. 15-minütigen Verzögerung schnell mal 20-40 mg/dl Differenz möglich. Aber ob ich jetzt zum Beispiel einen 220 mg/dl oder 260 mg/dl Blutzucker habe, ist für mich erst mal nicht ganz so wichtig. Im unteren Bereich so um 100 mg/dl bis 150 mg/dl hatte ich bisher nur sehr selten Unterschiede, die größer waren als 20 mg/dl. Und wenn ich einen Pfeil sehe, der gerade nach unten oder oben zeigt, dann kann ich mir im Kopf in etwa ausrechnen, wo der Blutzuckerwert ist.

Nach meiner Erfahrung im Sommer, als die Differenzen an den extrem heißen Tagen etwas höher waren, bin ich natürlich sehr gespannt, wie es umgekehrt aussieht. Aber dafür muss es halt erst mal richtig kalt werden, mal schauen, ob das diesen Winter noch was wird 🙂 Was ich schon mal ausprobiert habe, ist das Messen durch dickere Kleidung hindurch, und das hat einwandfrei funktioniert.

Wie gut ist Qualität des FreeStyle Libre-Lesegerätes?

Also für den Preis hätte ich mir auf jeden Fall ein Messgerät gewünscht, das sicherer in der Hand liegt und wo das Touch-Display besser reagiert. Was mich auch schon am FreeStyle InsuLinx genervt hat, ist die sich billig anfühlende Verarbeitung. Für den Preis kann man in meinen Augen schon eine hochwertigere Verarbeitung bzw. Materialien erwarten. Immerhin hat man durch den fest verbauten Akku nicht das Problem mit dem Batteriedeckel vom InsuLinx 🙂 Das Libre hält bei mir mit einer Akku-Ladung rund eine Woche durch. Das finde ich nicht so schlecht und ist für mich ausreichend.

Im Besonderen nervt es mich, dass das glatteste Plastik, was es wohl am Markt so gibt, für das Gehäuse zum Einsatz kommt. Nein kommt jetzt bitte nicht mit dem Spruch: Dann mach dir halt eine Gummi-Hülle drum. Zum einen kostet diese Hülle extra Geld, dann macht es das Gerät dicker und bei einem Preis von rund 50,- Euro für das Lesegerät ist direkt ab Werk mehr möglich. Die Ablesbarkeit des Displays ist so weit O.K. Aber die Reaktion des Touch-Displays ist zuweilen richtig langsam. Auch hier kann man meiner Meinung nach eine bessere Qualität liefern.

Sonstige Einstellmöglichkeiten vom FreeStyle Libre

Abbott-FreeStyle-Libre-Sonstige-EinstellungenAls sehr praktisch empfinde ich die Möglichkeit, einen Countdown und diverse Alarmzeiten zu setzen. Ich nutze das gerne, wenn ich mal etwas mehr Insulin gespritzt habe und ich dann nach einer Stunde wissen möchte, ob ich richtig gerechnet habe. Gerade wenn ich nach einer Injektion Insulin gleich wieder unterwegs bin, vergesse ich im Alltagsstress nur zu gerne die Zeit. Und da ist es ungemein praktisch, wenn mich das Libre-Messgerät mit einem zarten Vibrieren an eine Kontrollmessung erinnert.

Natürlich kann man auch mit wenigen Klicks (wenn das Touch-Display nicht gerade rumzickt) Informationen, wie zum Beispiel gespritzte Insulinmenge, zu sich genommene BEs oder auch besondere Aktivitäten, vermerken. Auch tägliche Erinnerungen zum Beispiel für Insulin-Injektionen können recht einfach angelegt werden.

Kaufen kannst Du das FreeStyle Libre im Moment nur über das Internet, genauer gesagt über Abbott selber. Über den folgenden Link landest Du auf der Info- und Shop-Seite von Abbott: www.freestylelibre.de

Auf dieser Seite findest Du auch einige Videos die Dir zum Beispiel zeigen wie man den Sensor richtig setzt bzw. wie man Ihn auch wieder entfernt. Auf YouTube findest Du natürlich auch noch viele weitere Videos von anderen FreeStyle Libre Nutzern.

Wichtiger Hinweis für Libre-Sensor-Reklamationen

War die Firma Abbott Anfang 2015 noch sehr Kulant wenn mal ein Sensor nicht so funktioniert hat und tauschte diesen ohne große Diskusionen aus, so hat sich das jetzt Ende 2015 leider etwas geändert.

Als erste wichtige Regel gilt: Es werden nur blutige Gegenmessungen aus Abbott Blutzuckermessgeräten oder aus Messgeräten die genauso kalibriert sind akzeptiert. Mein ACCU-CHEK Aviva Connect gehört laut Aussage der Hotline im Übrigen nicht zu diesen von Abbott akzeptierten Messgeräten 🙁 Und liebe Firma Abbott, in eurem Beipackzettel von den Sensoren steht, das man im Zweifel eine blutige Kontrollmessung mit einem Blutzucker-Messgerät machen soll, aber da steht nichts davon, dass es von Abbott sein muss damit Ihr die Differenz der Messung akzeptiert. Abgesehen davon verstehe ich Eure Einstellung an dieser Stelle nicht, seht Euch doch bitte einfach mal meine Quermessungen vom Libre zum Accu-Chek Aviva Connect an, sieht das etwa unbrauchbar aus?

Die zweite wichtige Regel lautet: Abweichungen von bis zu 50% können laut der Hotline von Abbott noch Ok sein. Das ist für mich allerdings eine nicht akzeptable Aussage, denn ob ich 200 mg/dl oder 100 mg/dl Blutzucker habe macht für mich einen Unterschied aus. Leider gibt es keine klare Linie ab wann die Differenz groß genug ist damit einem ein kostenloser Ersatz des Sensors zusteht. Selbst eine über viele Stunden gehende LO Anzeige reicht nicht direkt als Reklamationsgrund aus!? In diesem Punkt verhält sich die Firma Abbott in meinen Augen inzwischen sehr intransparent und Kundenunfreundlich. Immerhin sind viele Nutzer quasi Privatpatienten und zahlen die 60,- Euro pro Sensor aus eigener Tasche. Deshalb finde ich, es sollten klare Richtlinien von der Firma Abbott erstellt und auch öffentlich kommuniziert werden, damit ich als Nutzer genau weiß was Sache ist. So ein Hinweis gehört in jede Sensoren-Schachtel, auch damit ich Änderungen der Regeln sofort erkennen kann!

Und auch ganz wichtig: Spinnt Dein Sensor rum und bringt nur noch unbrauchbare Ergebnisse, dann lass den Sensor trotzdem so lange am Körper, bist Du mit der Hotline von Abbott telefoniert hast. Auch das kann ein Problem sein – also das entfernen des Sensors vor dem Telefonat – und dazu führen, das Abbott den kostenfreien Ersatz verweigert.


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Fazit

Die Antwort auf die eingangs gestellte Frage lautet für mich persönlich: Segen, auch wenn meine Freude über das System durch die leicht intransparente Handhabe bei Sensor-Reklamationen etwas getrübt wird!

Der FreeStyle Libre macht mein Diabetes-Leben um einiges leichter, denn er gibt mir ein kleines Stück Freiheit und ein großes Stück Sicherheit zurück. Mal nur zwei Beispiele. Ich stehe in einer vollen S-Bahn und möchte schnell mal meinen Blutzucker messen. Mit der blutigen Methode ist das kein Spaß, mit dem Libre in wenigen Sekunden ohne Aufsehen erledigt und das Ganze funktioniert auch direkt durch die Klamotten hindurch. Oder schnell mal während der Autofahrt zu messen, kam bisher einer Straftat gleich, solange sich die Räder noch bewegten. Auch das ist jetzt deutlich gefahrloser möglich. Damit wächst das eigene Sicherheitsgefühl im Alltag immens, zumindest bei mir.

Werde ich den FreeStyle Libre weiter nutzen? Ja, ich werde den Libre weiter einsetzen, die Vorteile überwiegen im Moment bei mir zu deutlich. Nur wenn sich doch noch der Juckreiz bei mir einstellt und ich deshalb aus gesundheitlichen Gründen die Sensoren nicht mehr nutzen könnte, würde ich davon Abstand nehmen. Das Basteln, das einige da draußen machen, würde ich mir nicht antun. Dann wäre es ein Fluch für mich, dass ich so eine Technik nicht nutzen kann.

Was ich mir von Abbott zum einen wünsche ist, dass sie eine App herausbringen und man dann mit dem Smartphone seine Werte auslesen, auswerten und archivieren kann. Das wäre eine richtig geniale Sache, finde ich, und die App muss ja nicht kostenfrei sein. Von mir aus kann sie so viel kosten wie das aktuelle Lesegerät, wenn Abbott diese Einnahmen unbedingt möchte bzw. braucht. Und zum anderen wünsche ich mir natürlich, dass das Thema Sensor-Reklamationen deutlich einfacher und transparenter gestaltet wird.

Aktuelle Angebote für den Abbott Freestyle Libre auf ebay anschauen

[Sensoren-Update 08.01.2016]

Nein zum Glück hat sich auch bei meinem aktuellen Sensor Nummer 6 noch keine Hautreaktion eingestellt. Allerdings möchte ich von einem für mich sehr interessanten Phänomen berichten was die Messungen angeht. Ich habe Sensor Nummer 6 Anfang Januar gesetzt und am ersten Tag funktionierte er ohne Probleme und lieferte plausible Messergebnisse. Dann am zweiten Tag vormittags hatte das System dann einen Aussetzer und lieferte in dieser Zeit nur eine Anzeige LO zurück. Wow dachte ich mir, dieser Sensor dürfte wohl warum auch immer das zeitliche gesegnet haben. Aus Zeitgründen ließ ich den Sensor aber noch am Arm hängen und wollte ihn am Nachmittag ersetzen bzw. mit der Abbott-Hotline Kontakt aufnehmen. So gegen 14 Uhr hatte ich dann Zeit und prüfte den Sensor nochmal mit einem Scan bevor ich ihn reklamieren wollte. Und siehe da, der Sensor lieferte plötzlich nach rund 5 Stunden LO wieder Werte!? Keine Ahnung was das war, aber anscheinend muss eine LO Anzeige – selbst über ein paar Stunden – nicht automatisch das Ende der Sensors bedeuten – mhm man lernt jeden Tag was dazu im Umgang mit diesen Sensoren. Seit dem Aussetzer funktioniert der Sensor bis jetzt einwandfrei 🙂

[FreeStyle Libre Update 28.01.2016]

Ich habe heute gesehen, das Abbott in Ihrem Shop die bisher bestehende Sperre für Bestellungen von neuen Kunden für ein Libre Starter-Kit aufgehoben hat. Sprich: alle Diabetiker die bisher wegen des Produktionsengpasses noch kein FreeStyle Libre bestellen konnten, können ab jetzt ganz normal über den Shop von Abbott das Starter-Kit vom FreeStyle Libre erwerben. Damit hat dann endlich auch das unsägliche Treiben auf ebay ein Ende, wo ja zum Teil unglaubliche Preise verlangt und wohl auch gezahlt wurden. Laut Abbott werden jetzt auch alle Interessenten die noch auf der Warteliste standen kurzfristig über diese Bestellmöglichkeit informiert. Das bedeutet auch, das ich endlich ein Libre Ersatzgerät für mich bestellen kann 🙂

[Sensoren-Update 08.02.2016]

So jetzt hat es mich auch mal erwischt. Nein zum Glück nicht mit der Hautreaktion, sondern beim Thema „Abweichungen der Messwerte“. Mir ist schon bewusst dass es bei einer Messung im Hautgewebe zu Abweichungen kommen kann, aber bisher waren diese Abweichungen praktisch nicht vorhanden. Mit den letzten zwei Sensoren aus meiner letzten Lieferung habe ich allerdings einen Griff ins Klo gemacht. Denn beide Sensoren, habe einen am rechten Arm und einem am linken Arm gleichzeitig im Betrieb, messen zum Teil so abenteuerlich zu niedrige Werte, sodass ich mit dem Ergebnis keine sinnvolle Therapie umsetzen kann. Bei Differenzen von bis zu 80 mg/dl hört bei mir der Spaß auf. Leider nicht für Abbott, den nach denen Ihrer Rechnung lägen die Differenzen noch im Toleranzbereich. Ok, also kein Austausch meiner Sensoren. Wow, 120,- Euro pfutsch und dafür noch nicht einmal brauchbare Messwerte erhalten. In zwei Tagen werde ich 2 neue Sensoren bestellen. Sollten diese aber auch so rumspinnen wie die aktuellen, dann fange ich langsam an ins grübeln zu kommen, ob das Libre – zumindest solange die Krankenkassen die Kosten nicht komplett übernehmen – das richtige für mich ist. Denn 120,- Euro sind eine Menge Kohle für nichts 🙁 Für die die es interessiert, die LOT-Nummer meiner betroffenen Sensoren lautet: 07W018F

[FreeStyle Libre Update 01.02.2017]

Endlich konnte ich das FreeStyle Libre System in einem Urlaub auf einem Kreuzfahrtschiff ausprobieren. Und was soll ich sagen, es war schon sehr cool, wenn man nicht immer bei den unpassendsten Gelegenheiten eine blutige Messung vornehmen musste. Gerade am Abend – nachdem Essen – im Theater, bin ich früher immer mal zwischendrin zum messen raus gegangen, war einfach zu dunkel und zu fummelig mit den Teststreifen. Und jetzt, einfach das Smartphone einschalten und ein paar Sekunden an den Arm halten und schon wusste ich was Sache ist. Auch bei den Landgängen ist das mit dem scannen einen echter Mehrgewinn, zumindest dann, wenn der Sensor mitspielt. Zum Glück tat das mein Sensor auf der gesamten Kreuzfahrt ohne das er auch nur einen einzigen Ausreißer hatte. Ach ja, am Flughafen interessierte sich keiner für den Libre Sensor, im Flugzeug funktionierte der Sensor ebenfalls ohne Probleme und Seekrank wurde dem Sensor auch nicht 🙂 Hier geht es zu den Eindrücken unserer Kreuzfahrt mit Kleinkind.

Und was meinst Du zum FreeStyle Libre? Ist er für Dich eher Fluch oder eher Segen?


38 thoughts on “Abbott FreeStyle Libre und die permanente Blutzuckermessung: Fluch oder Segen für Diabetiker?

  • Antwort
    Lotte

    Hallo lieber Lars, danke für Deinen ausführlichen Erfahrungsbericht. Besonders gut finde ich die Dokumentation der Messwerte. Für mich ist das ein wichtiges Entscheidungsmerkmal ob ich auch mal den FreeStyle Libre – wenn er den endlich wieder bestellt werden kann – ausprobiere oder nicht. Sind das ausgesuchte besonders nah beieinanderliegende Werte oder gibt es davon noch viele mehr. Oder anders gefragt, wie viele Werte sind von 100 Messungen bei Dir so nah zusammen? VLG Lotte

    • Antwort
      Lars Lakomski Beitragsautor

      Hallo Lotte, vielen Dank für Deine Nachricht. Und nein, das sind keine extra zusammengesuchten Vergleichswerte, ich kann Dir davon viele weitere Messwerte liefern die sehr dicht beieinander liegen. Wie im Beitrag schon erwähnt, bin ich selber davon sehr positiv überrascht wie ähnlich der Messwert in der Gewebsflüssigkeit im Vergleich zum Blut sein kann oder in meinem Fall ist. Deine Frage mit den hundert Messungen würde ich so beantworten. Von 100 sind 90 Vergleichswerte so dicht bei mir zusammen bzw. ich habe auch einige Wert die gleich sind 🙂 Lediglich im Sommer hatte ich bei der extremen Hitze etwas größere Abweichungen, aber das könnte auch daran gelegen haben, das ich eventuell zu wenig getrunken habe. VG Lars

  • Antwort
    Ole

    Danke Lars für Deinen ausführlichen Bericht!

    Ist natürlich etwas uncool wenn Abbott plötzlich seltsame Regeln aufstellt um sich um den Sensor-Austausch zu drücken. Ich habe zwar inzwischen ein OK für eine Teilübernahme der Kosten von meiner Krankenkasse erhalten, aber das nützt mir im Moment nicht so viel, da ja im Moment immer noch das Libre-Starterset nicht bestellbar ist 🙁 Schade das Abbott die hohe Nachfrage nicht bedienen kann oder will und manche Diabetiker deshalb seit einigen Monaten schon auf die Bestellmöglichkeit warten müssen.

    Eine Frage noch Lars: Sollte es doch noch zu einem Hautausschlag bei Dir kommen – was ich niemanden wünsche!, aktualisierst Du dann Deinen Bericht?

    VLG
    Ole

    • Antwort
      Lars Lakomski Beitragsautor

      Hallo Ole, vielen Dank für Deinen Kommentar. Langsam aber sicher ist es schon sehr seltsam, das Abbott selbst nach einem Jahr immer noch nicht mit der Produktion hinterherkommt. Wenn man mal schaut wie viele Smartphones zum Teil in Top-Qualität in kurzer Zeit produziert werden und verfügbar sind, dann ist diese Situation kaum zu erklären. Kann es mir nur so erklären, das man bei der Produktion der Sensoren eventuell einen noch zu hohen Ausschuss hat – reine Spekulation von mir. Ja, egal in welche Richtung sich irgendetwas interessantes tut, werde ich meinen Beitrag mit Updates versehen. VG Lars

  • Antwort
    Nils

    Hi Lars, ich habe auch vor demnächst das Libre-Messsystem zu nutzen. Bisher nutze ich auch das Accu-Check Aviva für meine Blutzuckermessungen. Wie machst Du das jetzt wenn Abbott nur Messungen aus Ihren eigenen Blutzuckergeräten akzeptiert, wechselst Du jetzt das Messgerät, oder bleibst Du beim Accu-Check?

    • Antwort
      Lars Lakomski Beitragsautor

      Hallo Nils, Danke für Deine berechtigte Frage. Also nach etwas Diskusionen mit Abbott habe ich jetzt ein kostenfreies FreeStyle Precision Neo mit ein paar Messstreifen zugesendet bekommen. Natürlich habe ich es mir nicht nehmen lassen direkt mal ein paar Quermessungen zu machen zwischen dem Accu-Check, dem FreeStyle Precision und dem Freestyle Libre. Bei den Messungen lagen alle Systeme gleich auf. Für mich bedeutet das, das auch mein Accu-Ckeck für eine blutige Kontrollmessung geeignet ist. Das habe ich Abbott auch schriftlich mittgeteilt und warte jetzt mal auf die Antwort von Abbott. Den eigentlich möchte ich den Accu-Ckeck Connect nicht eintauschen, einfach auch schon deswegen, weil ich im Zweifel gerne eine zweite Meinung von einem anderem System haben möchte. Wenn ich eine Antwort von Abbott habe werde ich Dir das an dieser Stelle schreiben Nils. VG Lars

      • Antwort
        Nils

        Danke für Deine Antwort Lars. Noch ein Frage. Du hast geschrieben „…aber ich habe jetzt einen anderen Weg der Finanzierung gefunden,…“. Meinst Du damit ebay, wenn ich das fragen darf?

        • Antwort
          Lars Lakomski Beitragsautor

          Oh nein Nils, ich habe zwar gesehen das auf ebay ein reger Handel mit den Libre Sensoren, dem Lesegerät und sogar ganzen Accounts betrieben wird, aber an dieser Stelle möchte ich mich ganz klar distanzieren von dieser Art der Geldmacherei. Nein ich habe einen Bekannten mit Typ-2-Diabetes der auch einen Accu-Check hat und den unterstütze ich etwas mit Streifen. Ich finde es schon pervers, wie manche auf ebay versuchen die Not anderer – die noch keinen Zugang von Abbott bekommen haben – schamlos auszunutzen. Das lehne ich kategorisch ab!!! VG Lars

  • Antwort
    Bernd W.

    Ja Deine Aussage Lars „Damit wächst das eigene Sicherheitsgefühl im Alltag immens…“ kann ich auch nur vollends zustimmen. Ich nutze das Libre System inzwischen seit mehr 8 Monaten und habe bisher auch keine Entzündungen gehabt. Lediglich 3 Sensoren musste ich reklamieren, das ging bisher aber ohne Probleme, habe alle ersetzt bekommen. Für mich ist das Libre System eine mega Bereicherung, denn ich bin in meiner Freizeit viel am wandern und klettern. Und in der Wand hängen und den Blutzucker messen war vor dem Libre praktisch unmöglich. Und gerade klettern verbraucht mitunter viel Blutzucker und dann kann es mal richtig kritisch werden. Klar ich klettere keinen Achttausender hoch, aber so bis zum 3000er traue ich mich schon. Und jetzt mit dem FreeStyle Libre kann ich das mit deutlich besserem Gefühl machen 🙂 Es ist einfach so unglaublich gut immer sehen zu können, wo der Zucker gerade ist und ob er steigt oder fällt. Diese Tendenz Geschichte ist für mich die Bereicherung meines Diabeteslebens welche ich nicht mehr missen möchte. Ich kann das FreeStyle Libre bisher nur empfehlen!

  • Antwort
    Anonym...

    Nutze das FreeStyle Libre jetzt auch schon seit mehr als einem halben Jahr ohne negative Hautreaktion. Was mich beim Lesegerät stört ist die Tatsache, dass ich immer nur für den letzten Messwert eine Notiz nachträglich hinzufügen kann. Manchmal vergesse ich das und habe erneut gescannt und dann kann ich dem vorletztem Wert nicht mehr mit Infos ergänzen. Versteh nicht warum Abbott das nicht für alle gescannten Messergebnisse ermöglicht. Um es aber mit Deinen Worten auszudrücken Lars: Für mich ist das Libre ein Segen und ich wünsche mir für das neue Jahr das alle Diabetiker in den Genuss kommen das Libre inklusive volle Kostenübernahme nutzen zu können 🙂

  • Antwort
    Tom

    Das mit der LO Anzeige habe ich in etwa bei jedem 4 Sensor. Fast immer am Anfang direkt nachdem setzen des Sensors und bisher maximal für 10 Stunden. Da ich etwas kräftiger bin habe ich das bisher auf meine zusätzliche Fettschicht geschoben. Aber wenn ich deinen dünnen Arm sehe, da ist ja nichts mit zusätzlicher Fettschicht 😉 Dann liegt eventuell doch an der köpereigenen Abwehr mit der Sensor manchmal zu kämpfen hat. Aber wie auch bei dir Lars, wenn sie sich die Sensoren dann mal berappelt haben, dann passen die Messergebnisse ohne weitere Probleme. Seltsam das Ganze und sehr nervig, besonders wenn es Tagsüber passiert und man dann keine Ergebnisse bekommt. Und auch sage: Für mich ist das Libre, wenn es gerade keine LO-Phase hat, ganz klar ein Segen! Schade das die Krankenkassen das im Moment noch nicht kapieren wollen 🙁 LG Tom

    • Antwort
      Lars Lakomski Beitragsautor

      Danke Tom für Deine Nachricht. Na dann bin ich ja mit diesem Phänomen nicht ganz so allein. Könnte wirklich etwas mit der körpereigenen Abwehr zu tun haben, was dem Sensor das Leben irgendwie schwer macht. Also gut, schauen wir mal was die nächsten Libre Sensoren so machen 🙂 Und das mit den Krankassen und der vollständigen Kostenübernahme der Sensoren wird wohl auch im Jahr 2016 nicht zur Regel werden, würde mich zumindest sehr überraschen wenn die ihre Blockadehaltung kurzfristig aufgeben. VG Lars

  • Antwort
    Manu

    Hallo Lars, sag mal tust Du den neuen Sensor vom Libre auch schon vor dem Ablauf des alten Sensors platzieren. Habe in einigen Foren gelesen, das die Leute das machen damit der Sensor sofort besser funktioniert. Die setzen sich das Teil auch schon mal einen Tag vorher. Wenn ich aber dein Sensor Update lese, schient mir das aber keine Garantie für direkt genauere Werte zu sein oder habe verstehe ich da was falsch? Bin jetzt erst bei meinem zweiten Sensor angelangt, aber ich fühle mich jetzt schon im Alltag deutlich wohler mit dem Libre: Also Segen 🙂 LG Manu

    • Antwort
      Lars Lakomski Beitragsautor

      Hallo Manu, nein bisher habe ich den neuen Sensor maximal 1-2 Stunden vor Ablauf des alten Sensors gesetzt. Da ich bisher damit auch gefahren bin und es – wie bei meinem Sensor-Update beschrieben – auch nach mehr als 24 Stunden noch zu einer ich nennen es jetzt mal Rekalibrierung kommen kann, werde ich auch weiterhin nicht einen Tag vorher einen neuen Sensor setzen. Ich richtige mich da mehr danach, wann es bei mir am besten zeitlich passt, sodass ich möglichst kurz ohne das FreeStyle Libre auskommen muss 🙂

  • Antwort
    Tammi

    Das von Dir Lars beschriebene Szenario mit den Abweichungen hat mich vor rund 3 Monaten fast in den Wahnsinn getrieben. Anfangs noch alles toll und nach ein paar Tagen nur noch Abweichungen die mal mehr oder weniger groß waren. Ich hatte zum Teil sogar 100 Punkte Unterschied und Abbott tauschte mir leider nur einen Sensor aus, beim zweiten meinten sie, das ist noch in der Norm. Menschen ohne Diabetes an der Hotline versuchen mir als 1er Diabetikerin zu erklären, dass diese Abweichungen ja nicht so schlimm sind, ähm geht’s noch Leute 🙁 Bei diesen Aussagen ist mir dann der letzte Geduldsfaden gerissen und ich habe das Abenteuer FreeStyle Libre vorerst eingestellt. Ich messe jetzt wieder blutig mit meinem Akku-Check Aviva und gut ist. VG und viel Glück mit den nächsten Sensoren wünscht Dir die Tammi

    • Antwort
      Lars Lakomski Beitragsautor

      Danke Tammi für Deinen offenen Kommentar. Ja wie ich schon geschrieben habe, auch ich werde mir das nicht unendlich antun. Die nächsten zwei Sensoren noch und wenn die nicht wieder so funktionieren wie ich es über viele Sensoren gewohnt war, dann muss ich auch aus finanziellen Gründen eine Pause machen, da ja Abbott die Libre Sensoren – zumindest bei mir – nicht austauschen will. Wenn ich ja nicht selber schon gesehen hätte dass die Sensoren viel genauer arbeiten können, wäre die Entscheidung für mich auch viel einfacher. Habe auch gelesen das einige Nutzer bei solchen ungenauen Sensoren sich dann mehr an die Tendenz halten als an den Wert selber. Aber kann es das sein? Ich hoffe nur nicht, das jetzt nachdem der FreeStyle Libre für alle bestellbar ist die Fertigungsqualität darunter leidet. Das würde das gesamte System in Verruf bringen und wäre für die Krankenkassen ein gefundenes Fressen auch in Zukunft die Kosten nicht zu übernehmen 🙁 VG Lars

  • Antwort
    Rasender

    Ich muss die Tendenz der zunehmenden Abweichungen leider bestätigen. Ich nutze den/das Libre seit November 2015 und hatte bisher
    immer relativ genaue Sensoren mit nur gelegentlichen Abweichung von max. 20% bzw. ca. 18 mg/dl. Der jetzige und Sensor und sein Vorgänger lieferten allerdings bisher überwiegend Datenmüll mit Abweichungen von mehr als 50% bzw. bis 50mg/dl. Das ist für den Preis nicht mehr akzeptabel. Weiss jemand wie die Gewährleistung bei diesen Sensoren geregelt ist, bzw. wo man das nachschlagen kann. LG Rol

    • Antwort
      Lars Lakomski Beitragsautor

      Danke Rol für Deinen Kommentar.

      Tja das mit der Gewährleistungspflicht ist so eine Sache. Theoretisch und auch praktisch gibt es die natürlich und sie greift eigentlich für fest definierte Produktleistungen die nicht erfüllt werden. Aber ich habe mit der Abbott-Hotline ein paar fruchtlose Telefonate – auch darüber – schon geführt. Wenn der Sensor nicht richtig utopische Abweichungen hat oder einen Error meldet, kommen die mit den möglichen und erlaubten Abweichungen von bis zu 15% um die Ecke um einen Sensoren-Austausch zu unterbinden. Die wenden die Abweichungen natürlich auf beide Messergebnisse an und schon ist der Spielraum recht groß.

      Nehmen wir an der Libre Sensor meldet 150 mg/dl, das macht einen möglichen Blutzuckerwert von 127 mg/dl bis 172 mg/dl aus. Alleine dadurch hast Du einen Differenzbereich von rund 50 mg/dl. Jetzt kommt die blutige Messung, die sagt was von 200 mg/dl was einem Bereich von 170mg/dl bis 230 mg/dl entspricht. Damit läge der Sensor noch im erlaubten Bereich, wegen der 172 mg/dl zu 170 mg/dl aus der blutigen Messung. Ob jetzt der 170er Wert auch der Wahrheit entspricht steht aber natürlich auf einem anderen Blatt Papier. Für mich natürlich eine schwer brauchbare Situation, den bei 150 mg/dl korrigiere ich mit einer Einheit und bei 200 mg/dl mit 2 Einheiten. Wie auch immer, diese Situation verunsichert und man macht sich mehr Gedanke über die Werte als man sollte.

      Was mich aber am meisten nervt ist die Tatsache, dass ich ja Sensoren hatte die über Wochen fast identische Werte zur zeitgleichen BZ-Messung geliefert haben und das selbst bei sich stark bewegenden BZ-Werten. Also entweder kooperiert mein Körper plötzlich nicht mehr mit den aktuellen Libre-Sensoren, oder aber es gibt gehörige Qualitätsunterschiede bei den Sensoren. Das davon die Abbott-Hotline nichts hören will ist mir schon klar. Sollte es diese Qualitätsproblem wirklich geben, dann wird dieses Messsystem in nächster Zeit von keiner der großen Krankenkassen akzeptiert werden und es somit auch keine volle Kostenübernahme geben.

      Ich habe heute zwei neue Sensoren bestellt. Bin schon sehr gespannt ob die den gleichen Mist machen oder ob die Werte wieder eher zu gebrauchen sind als bei meinen beiden letzten Sensoren.

      Wie war das, Abbott erlaubt jetzt die Bestellung von bis zu 6 Libre-Sensoren. Ich möchte mir nicht vorstellen wenn ich 6 Sensoren daheim rum liegen habe, die alle mal mehr oder weniger ständig solche Abweichungen haben 🙁

      Ich trauere heute allen Sensoren nach die bis zum Schluss super funktioniert haben und ich sie nach 14 Tagen zwangsweise abnehmen musste. Vielleicht sollte man die Zwangsabschaltung mal überdenken.

      Ich stimme Dir zu 100% zu, für diesen Preis sind solche Abweichungen nicht akzeptabel!

      VG Lars

  • Antwort
    Hilde Reiser

    Hallo Lars,
    ich benutze seit Ende Dezember das Libre. Anfangs ging es mir wie Euch allen, die Messwerte waren zwar unterschiedlich, aber die Abweichungen zu tolerieren. (Sind ja auch 2 unterschiedliche Mess-„flüssigkeiten“.
    Jetzt habe ich den 3. Sensor, der mir für mich keine akzeptablen Abweichungen des „Zuckers“ misst. In der Regel misst das Libre ca. 30 mg% zu niedrig. Da ich eine Veo-Pumpe trage, benutze ich für den BZ das Bayer Contur next Link. Ich bin mir ziemlich sicher, dass diese Werte stimmen, da ich auch noch andere Messgeräte besitze und vereinzelt noch Teststreifen und somit den Wert kontrollieren kann.
    Was mich aber am meisten stört, ist die Ignoranz von Abbott, mit diesen Meldungen umzugehen. Ich finde, wenn viele Diabetiker (mich eingeschlossen) die Sensorern privat bezahlen, sollte die Firma Abbott wenigstens auf die Reklamationen hören und zumindest eine Fehlersuche starten, als das Ganze einfach so abzutun. Ich kann nur vermuten, dass die „Kulanz“ nun ein Ende hat, da sich sehr viele über die Messgenauigkeit beschweren.
    Was nützt mir ein vorteilhaftes System, das mir leider nicht die richtigen Werte anzeigt, um dann auch für meine Therapie die richtigen Entscheidungen zu treffen.
    Ich habe mir damals bewusst für die Medtronic-Pumpe entschieden, da ich hier auch eine Möglichkeit mit dem CGM habe und ich denke, ich werde auf die Entscheidung des G-BA warten. Diese Systeme werden nämlich mit dem BZ-Wert kalibriert. Gibt mir irgendwie ein besseres Gefühl.

    • Antwort
      Lars Lakomski Beitragsautor

      Vielen Dank Hilde für Deinen Kommentar.

      Im Moment ist Abbott natürlich in einer unfassbar komfortablen Situation, den sie haben ja Quasi das Monopol in diesem preislichen Zwischenbereich zwischen Blutzuckerstreifen und einem richtigem CGM. Von dieser Position aus ignoriert es sich natürlich etwas einfacher 🙁 Man kann nur hoffen, das bei den Verhandlungen mit den Krankenkassen Abbott mehr in die Pflicht genommen wird. Das die Sensoren durchaus perfekt funktionieren können, zeigt sich aktuell wieder bei meinen neuen Libre Sensoren. Der erste Sensor aus der Doppelbestellung ist mit meinem Accu-Chek wieder gleicher Meinung was die Messergebnisse angeht. Dazu gibt es aber am Ende der Woche noch etwas mehr Infos und Bilder. Und ja Accu-Check, denn ich ignoriere im Moment konsequent den blödsinnigen Wunsch von Abbott, das ich ja eigentlich nur mit einem FreeStyle Messgerät blutig kontrollieren soll 🙂

      VG Lars

  • Antwort
    Franz Josef Trelle

    Habe das Meßgerät seit zwei Tagen. Musste leider feststellen, dass die gescannten Daten immer etwa 100 mg über der „blutigen“ Messung liegen. Beispiel: 154 an der Fingerkuppe gegenüber 251 im Lesegerät. Werde noch einige Tage abwarten und dann das Gerät entsorgen.

    • Antwort
      Lars Lakomski Beitragsautor

      Hallo Herr Trelle, also entsorgen würde ich es noch nicht direkt. Wenn die Abweichungen so groß sind, sollte ein kostenfreier Austausch des Sensors eigentlich kein Problem sein. Aber ich habe auch immer mal wieder die Situation, Sensor gesetzt, in den ersten Stunden sind die Werte fast identisch mit denen von der blutigen Messung. Dann misst das Freestyle Libre plötzlich immer niedriger und das geht dann soweit, das laut Freestyle mein Zucker bei LO und die blutige Messung liegt bei 120mg/dl. Das ist dann 12-24 Stunden lang so und plötzlich wacht der Sensor wieder auf und die Werte sind wieder auf gleicher Höhe. Was das soll, keine Ahnung, nervt halt gewaltig. So hilfreich diese Sensor-Technik ist, aber leider ist sie noch nicht zu 100% ausgreift 🙁 VG Lars

  • Antwort
    Franz Josef Trelle

    hallo, vielen Dank einstweilen. Das heißt dann für mich, die vollen 13 Tage zuwarten und dann erst entscheiden.
    Gruß fj

  • Antwort
    Franz Josef Trelle

    Komme nochmal auf das irrationale MESSEN des freestyle zurück. Immer wenn die „blutigen“ Werte über 80 mg liegen, mißt das freestyle ziemlich genau 100 mg mehr. Das wäre ja passabel und mathematisch zu lösen. Aber sobald der Blutwert sich unter die Marke von 80 mg zubewegt, nähert sich freestyle diesem Wert an. Leider ist es aber so, dass sich die Größe der Differenz nicht im Voraus definieren läßt, sodass mein Korrigieren ins Leere geht. Und weil das genaue Messen gerade in diesem Bereich wichtig ist (Unterzuckerung), kann ich das System nicht weiter benutzen. Eigentlich schade drum. Abbot hat auf meine diesbezügliche Meldung nicht reagiert.

  • Antwort
    Gina Keck

    Gestern habe ich bei Abbott ein Starterpaket bestellt. Nachdem ich alle Beiträge auf dieser Seite gelesen habe, kommen mir doch Zweifel,
    dass die „unblutige“ Messung erstrebenswert ist. Nach 49 Jahren Diabetes Typ 1 kann ich meine Unterzuckerungen kaum spüren und bin – gerade wenn ich unterwegs bin – auf genaue Werte angewiesen. Dennoch werde ich diese Testmethode ausprobieren. Was mir gar nicht gefällt, ist, dass Bestellungen nur online oder per Telefon laufen. Deshalb scheint es für Abbott auch einfach, Geräteaustausch im Versagensfalle, abzulehnen
    bzw. Schwierigkeiten zu machen. Da fehlt m. E. die „Anlaufstelle“ mit direktem Kontakt.
    Nun, mal schauen, wie ich zurecht komme.
    Viele Grüße von einem „Neuling“
    Gina

    • Antwort
      Lars Lakomski Beitragsautor

      Hallo Gina, danke für Deinen Kommentar und willkommen im Club 🙂 Ja es ist zum Teil schon wie verhext mit den Sensoren. Mein aktuell gesetzter Sensor hat auch die ersten beiden Tagen Differenzen von bis zu 60 mg/dl zur blutigen Messung gehabt. Dann plötzlich ist er sich bis auf den letzten Punkt mit der blutigen Messung einig. Im letzten Fall ist dann der Libre natürlich eine große Hilfe. Wenn allerdings die Differenzen zu groß werden, ist das natürlich konterproduktiv und verunsichert einen mehr als die Technik am Ende bringt. In meinen Augen kommt man wegen der plötzlichen Anfälligkeit nicht umher, das man mindestens morgens, mittags und abends eine blutige Kontrollmessung machen muss, auch wenn das der Hersteller nicht gerne hört. Sprich: Wenn man vorher mit 3-5 blutigen Messungen am Tag einen stabilen Blutzucker hatte, wird man nur einen geringen Mehrwert mit dem Libre bekommen. Da ich aber bisher 10-15 mal am Tag blutig gemessen habe, ist es für mich eine deutliche Verbesserung. Und das selbst dann, wenn der Sensor nur an 10 von 14 Tagen super funktioniert. Gina ich drücke Dir auf jeden Fall alle Daumen, das bei Dir alles klappt und Deine ersten beiden Sensoren jeden Tag gut funktionieren. VG Lars

    • Antwort
      Franz Josef Trelle

      hallo,
      ich wünsche Ihnen mehr Glück, als ich mit den Sensoren habe. Gerade im Unterzuckerbereich kann der Verlass auf den Sensor verdammt gefährlich werden, weil er dann (bei mir) immer noch mehr als 110 mg anzeigt, was aber in Wirklichkeit weniger als 70 mg sind. Auf die um mehr als 5o mg „gemessenen“ Daten (über 200 mg) lege ich schon keinen Wert mehr. Ich hoffe, dass ich mit der Zeit (habe die nächsten zwei Sensoren bestellt) ein Gefühl für die Irritationen der Meßtechnik bekomme. Das Alles ist natürlich im Ernstfall nicht zielfördernd.
      Gruß
      fj

  • Antwort
    Andreas Weiß

    Hallo,
    nutze das Freestyle Libre seit November. Der erste Eindruck ist leider nicht so toll wie die Versprechungen. 2 Defekte Messgeräte und 5 Mal Probleme mit den Sensoren. Das geht vom Kleber gelöst über beim Setzen Nerv getroffen. Gefäß getroffen. Messwerte zu hoch. Bis 100mg über den blutigen Werten. Der 7 Sensor läuft jetzt problemlos. Aber beim Setzen kam Blut aus dem Senssor oben.
    Kann mir jemand sagen wann Suggarbook das Freestyle LIbre unterstüzen wird. Habe eben das Sidiary Proggi. Ist mit einem flachen Buget mit 50,- € einfach zu teuer. Rentner müssen das ja irgend wo von finanzieren können. Die Adware Version nervt gewaltig mit aufpoppenden Fenstern.

    Grüße

    • Antwort
      Lars Lakomski Beitragsautor

      Hallo Andreas, vielen Dank für Deinen Kommentar.

      Das mit den Sensoren und den Abweichungen habe ich im Moment nur in den ersten 1-2 Tagen. Da meine Sensoren bisher auch in der letzten Minute noch sehr nahe an der blutigen Messung dran sind, werden ich ab jetzt die Sensoren 24 Stunden vor der eigentlichen Aktivierung setzen. Mal schauen ob ich damit gleich nach der Aktivierung dann genauere Werte angezeigt bekomme.

      Toi, toi, toi. Ich habe bisher noch nie Blut gesehen beim setzen eines Sensors, vielleicht habe ich davon zu wenig 😉 Und ich habe bisher auch noch keinen Nerv im Arm erwischt.

      Leider kann ich Dir noch keinen Termin nennen, ab wann SugarBook die Daten aus dem FreeStyle Libre verarbeiten kann.

      Aber wenn das in den nächsten Monaten funktioniert, werde ich auf dieser Seite auf jeden Fall darüber berichten.

      Viele Grüße
      Lars

  • Antwort
    Caro

    Hallo,

    auch ich wollte dieses Wunderwerk mal ausprobieren.
    3 Tage trage ich nun, den Senor, aber bei mir sind die Werte vom ersten Tag an, kontinuierlich zw. 40 und 60 mg/dL höher, sodass ich lieber bei der blutigen Messung bleibe. Zumal ich damit wesentlich bessere BZ-Werte gelierfert bekomme, die dem tatsächlichem Langzeitwert auch entsprechen.

    Mein Fazit nach nur 3 Tagen ist eher ernüchternd.
    60€ alle 2 Wochen auszugeben für den Luxus einer unblutigen Messung ist mir zu teuer, vor allem weil mir meine Gesundheitskasse diesen nur sponsern würden, wenn ich insulinpflichtig wäre.
    Vielleicht ändert sich dass, wenn Abott sein Monopol verliert, falls es doch einem Mitbewerber gelingt, auch so ein Teil auf den Markt zu bringen und durch Angebot und Nachfrage den Preis etwas Nutzerfreundlicher gestaltet wird.

    Mir fehlt auch zugegeben die Möglichkeit, den Sensor mit den eigen Werten zu kalibrieren, um diese Messunterschiede auszugleichen.

    Schade,
    den praktisch ist es schon, vor allem, weil man diesen auch über NFC per Handy auslesen kann und kein extra Lesegerät zwingend kaufen muss.
    Der Tragekomfort ist auch nicht ohne. Man spürt ihn wirklich überhaupt nicht.
    Auf Grund der doch, im ersten Moment, beindruckenden Länge der Nadel, hatte ich auch meine Bedenken, aber nachdem sogar meine Katze sich während der Nacht darauf ausgeruht hat und ich nichts weiter, als ihr Körpergewicht spürte, eine klare 1 mit Stern.
    Toll gemacht.

    Die Idee alleine, die Diabetiker von dem Fluch der zerstochenen Finger zu befreien finde ich toll. Ein herzliches Danke an die jenigen, die das dann auch tasächlich umgesetzt haben.

    Zum Glück gibt es den kontinuirlichen Verbesserungsprozess und in ein paar Jahren wird die blutige Messung nur noch ein „Relikt aus grauer Vorzeit“ sein …. hoffe ich zumindest

    • Antwort
      Lars Lakomski Beitragsautor

      Hallo Caro, vielen Dank für Deine Erfahrung.

      Ja, als alleiniges Blutzuckermessgerät ist das Freestyle Libre tatsächlich noch nicht geeignet. Es gibt auf jeden Fall noch einige Sachen die Verbesserungswürdig sind. Ich würde es zum Beispiel extrem begrüßen, wenn man als Nutzer einen gut funktionierenden Sensor länger als 14 Tage nutzen könnte. Und eine Kalibrierung der Werte würde auch so manchen Sensor besser nutzbar machen.

      VG Lars

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